Dankbar sein

Erwachsenwerden bedeutet sich selbst kennen lernen: wer man ist, was man ist und wer man sein kann.

-Erma Bombeck

In den letzten 3 Wochen ist irgendwie erschreckend wenig passiert bei mir. Gott, das waren erst 3 Wochen? Mir kommt es vor als hätte ich seit Monaten keinen Eintrag mehr geschrieben. In meinem letzten Eintrag hab ich mir noch selbst auf die Schulter geklopft, dass ich mich (oder wir uns) vor Drogen und Feiern bewahrt haben. Tatsächlich haben wir tags darauf wieder genau das gemacht. Drogen genommen und eskaliert. Genau wie das Wochenende darauf. Eine Woche später waren wir zwar nicht feiern, haben aber trotzdem Drogen genommen. So wie vorletzte Nacht. Naja ich kann zumindest als positiv verbuchen, dass ich mich seit dem 6-Pillen-Wochenende zurückgehalten und mit jedem Wochenende weniger genommen hab. Immerhin.
Desweiteren kann als positiv vermerkt werden, dass ich meine Anträge auf Harz4 und den Wohnberechtigungsschein soweit zusammengestellt habe, dass sie am Montag abgegeben werden können. In beiden Fällen gibts noch Kleinigkeiten nachzureichen auf die ich eh noch warten muss, aber zumindest bin ich da einen Schritt weiter und den wichtigeren Dingen meines gerade schwer zu bewältigenden Lebens ein Stück näher. Nach wie vor arbeitslos, ja, aber immerhin bin ich eine halbwegs engagierte Arbeitslose und versuche, mir so schnell wie möglich den Einstieg in meine eigene Wohnung finanzieren zu lassen. Und jetzt erzähl mir hier bloß keiner was von Sozialschnorrer, mein Ziel ist Arbeit und Wohnung aber wenn ich nicht langsam aus diesem gestressten Umfeld rauskomme, wird sich der nächste Job auch nicht lange halten. Ich brauch mein eigenes Reich. Und zwar ganz schnell. Ich habe bisher noch nie ganz alleine gewohnt. Und so langsam möchte ich lernen, was das heißt. Ich hatte noch nie meine eigene Wohnung und wohne nun schon eine Weile mit M. zusammen. Die Wohnung ist uns allerdings einfach zu klein. Man kann sich nicht aus dem Weg gehen. Und da lädt man auch gerne mal Stress aufeinander ab. Mir ist das mit der Zeit einfach zu eng geworden. Ich will mich entfalten, ich lern mich grad erst richtig kennen und woher soll ich wissen wer ich bin wenn ich keine Zeit für mich alleine hab?
Und außerdem will ich endlich mal der Bestimmer sein. Immer gab es jemanden von dem ich abhängig war und der mehr Bestimmungsrecht hatte als ich, weil es seine Wohnung war in der ich lebte. Ich will MEIN Reich. Ich will bestimmen können, welche Möbel ich wo hinstelle und wie ich mein Klo putze und ob die Schuhe an der Tür ausgezogen werden müssen. Und wenn ich Bock hab, mir grüne Farbe zu kaufen und mit den Händen an die Wand zu klatschen, dann mach ich das! Selbstverwirklichung nennt sich das und ich lerne gerade auf sehr intensive Weise, was das heißt und wie sehr ich das brauche. Wie schön es doch ist, einen Freund zu haben, der Verständnis dafür hat.

Womit wir eigentlich auch da angekommen wären, worauf ich hinaus wollte: Dankbarkeit. Ich denke, Wertschätzung für das was man hat ist extrem wichtig, um ein positiv gerichtetes Leben zu führen. Wir regen uns auf über Staus, Regen, mal ist es zu kalt, dann ist es wieder zu warm, ich hab zu wenig Pepperoni auf meiner Pizza und überhaupt bin ich ne ganz arme Sau. Meine Güte, warum zur Hölle regt man sich immer über jedes kleine Luxusproblem auf!? Und ich zeige nicht nur mit dem Finger auf Andere, ich selbst bin ja keinen Deut besser. Seit drei Wochen lieg ich 70% meiner Zeit rum und heule über alles was scheiße ist in meinem Leben. Und das, wobwohl nur ein Bruchteil dieser Gründe wirkliche Gründe sind. Ja, diese Günde sind auch wirklich zum Heulen, aber mach ich es besser indem ich rumliege und heule? Nein!
Dankbar sein ist eine extrem wirkungsvolle Strategie, um das Leben lebenswerter zu machen und negative Einflüsse in den Hintergrund zu verschieben. Schon oft habe ich gehört oder gelesen, dass man täglich dankbar sein sollte für das, was man hat. Und nicht etwa dafür, dass es einem nicht so schlecht geht wie X oder dass man Gott sei Dank nicht so fett ist wie Y. Nein, Dankbarkeit bedeutet, tiefe Freude und Demut zu empfinden für das Positive im Leben. Dinge, die einem geschenkt wurden oder die man sich erarbeitet hat. In den letzten Wochen und Monaten war ich nicht besonders dankbar. Und der Beitrag von Marie hat mich daran erinnert und mich motiviert, ihrem Beispiel zu folgen. Ich werde künftig am Ende jeder Woche hier aufschreiben, wofür ich dankbar bin oder was ich Neues Positives in meinem Leben entdeckt habe. Man darf also gespannt sein auf morgen…

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3 Gedanken zu “Dankbar sein

  1. Hat dies auf Maries Geschichten rebloggt und kommentierte:
    Das berührt mich wirklich sehr. Danke für diesen Beitrag! Es ist so verdammt schwer, sich nicht mit anderen zu vergleich und daraus eine schräge Art der Dankbarkeit zu ziehen, sondern nur auf sich selbst zu sehen und Dankbarkeit zu empfinden. Das ist mühsam. Aber es ist machbar und sehr, sehr wertvoll.

    Gefällt mir

  2. Pingback: Dankbar sein | Liebe Musik Sport und Drogen

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