Umfeld

Folgendes schrieb ich gestern Abend gegen 23:00

Ich bin allein. Sitze auf dem beigen Ledersofa, vor mir der ovale Glastisch. Darauf nebst Kram, dessen Aufzählung nicht nur lang sondern auch unnötig wäre, ein Aschenbecher voller halb und ganz gerauchter Joint-Stummel, Cola, Reste eines Kilos Trauben, ein Klumpen Haschisch, Feuerzeug, eine leere Schale Bulgur. Und die kleine Schachtel in der ich Blättchen, Tips und Rauchbares aufbewahre. Habe sie vorgestern mit Papier beklebt und angemalt. M. hat sie mir geschenkt, es war Spekulatius drin.
Der kleine alte Terrier, den ich kenne seit er auf der Welt ist, liegt auf dem Teppich dahinter und schleckt seine Pfote ab. Meine Tüte ist ausgegangen, ich lege sie in den Aschenbecher – ist eh doof, damit auf dem Smartphone zu schreiben. Durch das offene Fenster höre ich unten, vier Stock tiefer, das ein oder andere Fahrzeug vorbeisummen. Die Stehlampe links neben mir summt kaum hörbar.

Ansonsten herrscht Stille.

Auf der Lehne links neben mir steht besagter Aschenbecher mit der Tüte, deren schmales Ende gerade wieder zwischen meinen Lippen verschwindet, und der kleine selbstgemachte Block, in dem ich die Ergebnisse meiner Eigenreflektion der letzten Tage festgehalten habe.

Auf der Wand rechts von mir sind die bunten Abdrücke von Händen mit den dazugehörigen (Spitz-)namen stumme Zeugen abgefahrener Partys und Afterhours. Von Beziehung und Beziehungsstress. Von Freunden die zusammenkommen.

Die meisten sind in meiner Abwesenheit entstanden.

Es sind 20 Minuten vergangen. Ich war gerade mit dem Hund draußen. Ist nicht mein Hund aber er benimmt sich als wäre ich sein Frauchen.

Ich hab zu wenig Salz auf die Gurkenscheiben gemacht. Egal. Keine Lust schon wieder in die Küche zu laufen. Der Hund fiept leise die Schlafzimmertür an. Klar, Herrchen und Frauchen sind nach 4 Tagen von einem Festival zurückgekehrt. Aber die wollen ihre Ruhe haben.

Herrchen und Frauchen sind meine beste Freundin und ihr Freund. Ich hatte in den letzten zwei Jahren wenig Kontakt zu ihr. Unser Vertrauensverhältnis war danach eben nicht mehr das selbe. Nach 22 Jahren zusammen aufwachsen, jeden Tag zumindest telefonieren, alle Geheimnisse teilen, nur einmal streiten, immer zueinander stehen, Schwestern sein, mussten wir wohl auch mal getrennte Wege gehen um zu wachsen. Aber wir wissen, dass die Tür für die andere immer offen sein wird. Bis wir sterben. Darum bin ich am Dienstag auch zu ihr gegangen, als M. und ich beschlossen, dass wir ein paar Tage Abstand voneinander brauchen. Habe dafür auf den Hund aufgepasst.
Wir werden schon wieder zusammenwachsen, wenn es soweit ist. Das trifft sogar auf beide zu.

Mache die Tüte aus, lege mein Handy weg und reflektiere die Reflektion. Das erste was ich auf den ersten Blick sehe ist

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