Käfig im Kopf

Im Folgenden ein Auszug aus dem Wikipedia-Artikel zum Thema RatPark-Experimente:
(Hier gibts die Geschichte auch als netten Comic in Englisch)

Das Team um Bruce K. Alexander entwarf eine Reihe von Experimenten, um die Konsumbereitschaft der Ratten nach Morphin zu prüfen. Sie bauten bei den Rat Park-Versuchen einen kurzen Tunnel, gerade groß genug, um jeweils eine Ratte durchzulassen. Am anderen Ende des Tunnels, konnten die Ratten eine Flüssigkeit aus einem von zwei Tropfenspendern trinken, die automatisch aufzeichneten, wie viel jede Ratte trinken würde. Ein Spender enthielt eine Morphinlösung, der andere reines Leitungswasser.

Ratten mögen süße Sachen gern, also nutzten die Forscher im „Verführungsexperiment“ die offensichtliche Vorliebe der Ratten für Süßes. Sie prüfen, ob sie die Ratten animieren könnten, Morphin zu verzehren, wenn das Wasser süß genug wäre. Gelöstes Morphin hat einen bitteren Geschmack für Menschen, und scheint auf Ratten dieselbe Wirkung zu haben, schrieb Alexander, denn sie schütteln ihre Köpfe und verweigern es, wie sie es auch mit bitteren Chininlösungen tun. Im Verführungsexperiment gab es vier Gruppen von Ratten. Die Gruppe CC wurde nach dem Absetzen im Alter von 22 Tagen in Laborkäfigen isoliert und lebten dort, bis das Experiment im Alter von 80 Tagen endete. Gruppe PP wurde für dieselbe Zeit im Rat Park gehalten. Die Gruppe CP wurde im Alter von 65 Tagen aus den Laborkäfigen in den Rat Park gebracht. Gruppe PC wurde im selben Alter vom Rat Park in die Käfige umgesetzt.

Die Ratten im Käfig (Gruppen CC und PC) nahmen das wenig gesüßte Morphin direkt. Bei den Experimenten nahmen die Männchen im Käfig 19-mal so viel Morphin wie die Männchen im Rat Park. Egal, wie stark man das Morphin süßte, meist widerstanden die Ratten im Rat Park. Sie probierten es gelegentlich — die Weibchen häufiger als die Männchen — stets bevorzugten sie aber das reine Wasser. Laut Alexander war es „ein signifikantes Ergebnis“.

What if the difference between not being addicted and being addicted was the difference between seeing the world as your park and seeing the world as your cage?

Die These die hinter dem Experiment steckt, hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Nicht nur allgemein über das Thema Sucht, sondern insbesondere darüber, wie ich das Ganze auf mein Leben anwenden kann. Im Grunde betrachte ich mich nicht als süchtig, ich brauche die Drogen nicht um meinen Alltag auf die Reihe zu kriegen, habe keine Entzugserschein wenn ich ne Zeitlang nichts nehme und bekomme keine Panik wenn nichts da ist. Ich transportiere die These eher auf meinen eigenen, mich selbst blockierenden Schweinehund. Ich weiß, ich will frei sein, will nicht länger Sklave meines Egos sein, will nicht länger in meinem eigenen Leid baden. Ich will nicht arbeitslos sein, will nicht Co-abhängig in meiner Beziehung sein und will ich selber bleiben. Und ich weiß auch ganz genau, was ich tun muss, damit ich frei sein kann. Ich weiß, dass die Welt mein Park ist.

Warum also verhalte ich mich so, als sei die Welt mein Käfig???

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s