Techno, MDMA und die Subkultur namens Goa

Dieser Artikel der Polizeikommissarin Monika Schmitt aus Mainz hat mich dazu bewegt, die Welt in die ich an den meisten Wochenenden (…und zumindest musikalisch auch in der Woche) eintauche, einmal denjenigen nahe bringen zu wollen, die absolut keinen Draht dazu haben. Denjenigen, die es interessiert, wie eine Gruppendynamik funktioniert, die irgendetwas zwischen Rausch, Party und Bewusstseinserweiterung ist. Und irgendwie interessiert es mich auch selbst, was dabei rauskommt, wenn ich versuche, das in Worte zu fassen, was für mich kaum in Worte zu fassen ist.

Dazu höre ich nun übrigens folgendes Set, das Nostalgie in mir weckt, da es zu Beginn meiner Reise in die Goa-Welt mein absolutes Lieblingsset war (Minute 26 übrigens meine Lieblingsstelle):

Ace Ventura – Autumn Progmix 2012

…die Szene, in der ich mich nun seit etwa zwei Jahren bewege. Naja, so ganz zwei Jahre sind es nicht. Vorher war ich in der Technoszene unterwegs, so ein halbes Jahr ungefähr – und weiß mittlerweile auch ziemlich genau, warum diese Liaison nur von so kurzer Dauer war. Ja, ich denke das ist der richtige Ansatz: um auch nur im Entferntesten verstehen zu können, was die Goaszene für mich ist, muss man zuerst verstehen, was die Technoszene für mich war.

TECHNO

Ich war auf einer Party (…und weiß schon gar nicht mehr, welche Richtung der elektronischen Tanzmusik gespielt wurde) und lernte dort T. kennen. Er war mir sofort sympathisch. Immer wenn ich mich an unser Kennenlernen erinnere, poppt dieses Fenster vor meinem inneren Auge auf, die Szene in der ich ihn durch Bassdröhnen und Kippenrauch anschreie: „Und, was machst du so beruflich?“
Er, grinsend: „Ich bin Vollzeit-Drogendealer.“

War mir egal, ich mochte ihn, wir tanzten, wir knutschten, tauschten Nummern aus. Schrieben ab und zu, man sah sich nochmal zum Aftern, schon längst war ausdiskutiert, dass ich nach Spaß suche und nicht nach einer Beziehung. Er wollte öffentlich Händchen halten und den Arm um mich legen. Ich hab ihm gesagt, das ist mir zu nah.
Bla blubb bla, man mochte sich dann irgendwann doch mehr und irgendwie wurde dann so ne Beziehungsgeschichte draus. Er ist DJ in der Underground-Technoszene und so kam ich dann auch auf die entsprechenden Partys, auch wenns für mich meistens keine Partys waren, sondern bereits emotional abhängiges Nach-ihm-suchen, Anhimmeln, sich dazugehörig fühlen, entsprechender Drogenkonsum spielte auch eine Rolle. Mal ganz abgesehen davon war die Musik auch echt geil, ich hatte schon vor ein paar Jahren die elektronische Musik für mich entdeckt und war immer auf der Suche nach dröhnendem Bass mit tranceartigen Melodien.

Soviel dazu, wie ich in die Szene kam. Entsprechend T.’s Hobbys hatte ich auch Kontakt zu anderen DJs, konnte den ein oder anderen Blick hinter die Kullissen der veranstalteten Partys werfen und habe ein etwaiges Gefühl dafür bekommen können, wie die Leute so tickten. Er veranstaltete mit ein paar Freunden zusammen dann auch die eigene Partyreihe unter freiem Himmel und so war ich dann wirklich hautnah dabei.
Ich verstand mich gut mit den Leuten dort, man hat zusammen die geile Musik zelebriert, getrunken, gelacht, Kreuzworträtsel miteinander gelöst wenn man zu fertig vom Tanzen war. Wenn die Party outdoor war, wechselte man regelmäßig vom Ausrasten auf der Tanzfläche zu Chillen und Kiffen auf der Decke und zurück. Eigentlich ging immer ein Spiegel mit Amphe rum, an dem sich jeder bedienen durfte. Gesponsert von irgendwem. Was das Menschliche angeht… alles in allem ging es ums Sehen und Gesehenwerden. Kanntest du die richtigen Leute, warst du cool. Kanntest du niemanden, bist du auch niemandem aufgefallen, bis du dich mit den richtigen Leuten eben angefreundet hast – sofern das dein Ziel war. Koks und Amphetamin spielten eine große Rolle unter DJs und Veranstaltern, Ersteres habe ich bis heute nicht probiert. Dementsprechend achtete man eben oberflächlich auf die Anderen, wie war man angezogen, wie hat man getanzt. Konnte man vernünftig Shufflen. Mit wem unterhielt man sich, welche Drogen nahm man und wie viel. Nach außen hin war alles tutti frutti, aber hintenrum zerriss man sich das Maul übereinander. Obwohl ich eher auf den Untergrundpartys war, gab es keinen großen Unterschied zu den High-Society-Techno-Koksern aus den Clubs. Natürlich habe ich auch mit vielen unglaublich netten, herzlichen Menschen verkehrt, die sich aus den Gerüchten und dem ganzen Kram nichts gemacht haben. Einer dieser Menschen schenkte mir meine erste MDMA-Erfahrung, die ich wohl niemals im Leben vergessen werde.
T., zwei weitere Freunde und ich sitzen im Auto auf dem Weg zu einer Outdoor-Party, ich schon ein bisschen drauf vom „Vorglühen“ mit Amphe-Bömbchen, alle anderen natürlich auch, ich überlege ob ich mir noch eins schmeiße oder lieber auf der Party Ecstasy kaufe. R., einer der besagten Freunde, der mit mir hinten auf der Rücksitzbank sitzt, guckt mich an und fragt „Vertraust du mir?“
– Ich guck ihn etwas verwirrt an, denke was kommt denn jetzt?
„In Sachen Drogen meine ich.“
-„Achso…ja, ich denk schon.“
Das tat ich wirklich, er war schon ne Weile länger dabei als ich und kannte mich eigentlich ganz gut, wir waren auf einer Wellenlänge und wenn ich mich jemandem anvertraut hätte in Sachen Drogen, dann ihm.
„Dann hier…“
Er hält mir ein Bömbchen hin, ich nehme es in die Hand, frage was es ist und wie viel. Er sagt es sei pures MDMA und die Menge sei schon richtig so. Schwupp, ist das Ding in meinem Rachen verschwunden und runtergespült. Innerlich bin ich natürlich vollkommen nervös, was wenn ich nen Horrortrip kriege oder allergisch reagiere, Gottohgott! (Heute denke ich mir: Horrortrip, ja klar, wie süß…) Wir kommen an, parken so hundert Meter von der Location entfernt und schaffen es irgendwie so ne Dreiviertelstunde nicht, mal endlich los zu gehen, drauf und verpeilt wie wir sind rauchen wir eine nach der Anderen und kommen einfach nicht von diesem Auto weg *lach*.

3,4-Methylendioxy-Nmethylamphetamin

Und dann…Klatsch. Als hätte mich jemand in Watte eingewickelt, mit einem Mal wird alles ganz dumpf, verstehe nicht mehr was die anderen da reden, wiege plötzlich 300 Kilo, fühle mich als würde ich gleich umkippen, halte mich an T. fest. Der verfrachtet mich auf den Beifahrersitz des Autos, meint ich solle mich erst mal hinsetzen. Meine Hände werden schwitzig, das Herz schlägt mir bis zum Hals, ich bekomme ein bisschen Panik. Und dann – oh, glorreicher Mensch – kommt R., zieht mich am Arm wieder auf die Füße und meint „Nene, die kommt jetzt mit mir!“
Ich, in diesem Moment vollkommen willenlos, lasse mich mit einem leisen „okay“ mitziehen, kann mir noch nicht wirklich vorstellen wie das gut ausgehen soll, wir gehen zügig Richtung Party und mit jedem Schritt klärt sich mein Zustand, ich spüre dieses Gefühl in mir hochsteigen, bin plötzlich leicht wie eine Feder und schwebe nur so neben R. her. Ich bin vollkommen begeistert, wie kann man sich denn dermaßen gut fühlen, das ist schon fast verrückt, ich lache, tanze, labere R. mit meinem Zustand zu, der mich nur grinsend erträgt und sein Werk bestaunt. Habe ein Knicklichtarmband an und wenn ich den Arm bewege, zieht das Licht einen langen Lichtschweif hinter sich her. Es ist einfach nur fantastisch, ich habe mich sofort in diese Substanz verliebt und danke R. heute noch dafür, dass er einfach genau wusste welche Menge richtig war und was zu tun war als es einschlug.

Soh, zurück zum Thema, Techno: Also alles in allem, wie gesagt, es ging um Sehen und Gesehenwerden, man zerriss sich das Maul übereinander, 80% der Leute waren nicht anders als die Club-Kokser und sowieso, wenn man sich mit den falschen Leuten anlegte, hatte man eh verloren. Soviel zu den Gründen, warum ich dann irgendwann eben nicht mehr auf Technoparties ging. So ziemlich zeitgleich ist die Beziehung mit T. eh in die Brüche gegangen, aber davon fang ich jetzt nicht an, sonst sitz ich in ner Woche noch hier.

Ich konzentrierte mich also wieder auf mich selbst und meine Freunde und schlließlich entdeckte ich mit ihnen zusammen die ersten Goaparties. Ich muss dazu sagen, dass ich Monate zuvor schon einmal eine Goaparty besucht hatte, mitten in der Nacht, und irgendwie nichts damit anfangen konnte, weil ich viel zu überfordert mit meiner Allgemeinsituation war. Zum Ende der Beziehung mit T. besuchte ich dann mit meinen beiden besten Freundinnen meine gefühlt „erste richtige“ Goaparty, 3 Tage mitten in der Pampa.

GOA

Wie soll ich das jetzt beschreiben…..man kommt an, ähnlich wie beim Techno dröhnt einem der Bass schon entgegen (Ja, ich mag Bass) bevor man die ersten Menschen sieht. In den Bäumen hängen leuchtende String-Arts und Lampions, alles ist bunt und schwarzlichtaktiv geschmückt. Am Rand sitzen Leute auf ihren Decken und basteln, flechten sich die Haare, malen, chillen. Und das Allerallerwichtigste von allem: Bunt, aufgedreht, vollkommen freundlich, viele in Haremshosen (auch die männlichen Exemplare), mit Flowersticks und Pois bewaffnet hüpfen einem da Menschen mit Dreadlocks und Blumen im Haar entgegen und freuen sich dass man da ist, obwohl man sich noch nie im Leben gesehen hat! Ich persönlich habe mich von der ersten Sekunde an vollkommen aufgenommen und akzeptiert gefühlt und zwar genau so wie ich bin. Ich war einfach nur überwältigt, was für eine wundervolle Stimmung dort herrschte. Und dabei war ich noch nicht mal auf Droge, ich kam relativ nüchtern dort an und spürte vom ersten Augenblick an diese tiefe Freude und Verbundenheit, die mich seither auf jeder Goa begleitet. Ich habe auch M. auf einer dieser Partys kennen gelernt und es ist einfach nur wunderschön, mit dem Menschen den man liebt das selbe Gefühl teilen zu können. Auf die selbe Musik abzugehn, den selben Scheiß zusammen zu bauen und nebenbei auch noch auf den selben Drogen zu sein ist einfach nur toll.

Die Musik

Was mich immer mehr und mehr in seinen Bann zieht ist die Musik. Progressive Trance und Psytrance sind die abgrenzbaren Bereiche der Goa-Musik, für die ich mich besonders begeistere. Gerade dieses trancige in der Musik; da wo man normalerweilse einen Break erwartet, gehts einfach weiter, immer weiter, sich steigernd, dröhnend, melodiös, ekstatisch, whoa! Das geht schon so weit, dass M. mir zu Weihnachten einen Controller (kleines Mischpult) geschenkt hat und ich mir seitdem das Auflegen selbst beibringe. Auch meinen ersten Track habe ich bereits produziert und so wie ich das Feedback einschätze, werd ich vielleicht bald schon auf der ein oder anderen Outdoorparty auflegen. Wie gern würd ich meinen Lesern (sofern es jemand bis hierher durchgehalten hat) meine Musik zeigen, doch dann wäre es vorbei mit der Anonymität, darum gibts am Ende des Beitrags ein paar Links zu der Musik, von der ich hier spreche.

Die Szene

Natürlich hat auch die Goaszene ihre Schattenseiten. Klar gibt es auch dort Menschen die übereinander herziehen, aber das sind, im Gegensatz zur Technoszene, die Wenigsten. Und selbstverständlich spielen auch hier, wie in jeder anderen Musikszene, insbesondere den elektronischen Richtungen, Drogen eine Rolle. „Leute die auf Goapartys gehen sind arbeitslos, auf LSD und Pilzen und kommen nicht auf ihr Leben klar.“

Falsch. Es gibt viele Goa-Menschen, die gar keine (illegalen) Drogen nehmen und trotzdem bis zum bitteren Ende durchhalten. Die meisten mit denen ich zu tun habe gehen durchaus arbeiten. Und noch lange nicht jeder Mensch über 30, den man dort rumhüpfen sieht, ist gleich hängengeblieben. Ich habe auf Goapartys schon Anwälte getroffen, Bauarbeiter, Tierärzte und -glaubt es oder nicht- Polizisten. Skater, Studenten, Sportler und Schüler genau so wie Arbeitslose, Hartz-IV-Bezieher und Penner. Mütter mit ihren halb erwachsenen Kindern. Menschen die ein geregeltes Leben haben und Menschen die das eben nicht haben. Drogenfeinde und LSD-Verklatschte, die mit Bäumen reden, tanzen nebeneinander und verstehen sich prächtig. Oder eben auch nicht, ich sag ja, Gruppendynamik ist Gruppendynamik und Konflikte gibt es überall.
Zu Drogen auf Goapartys gibt es ansonsten nicht viel zu sagen. Amphetamin, Ecstasy, pures MDMA und vor allem Marihuana sind immer zu finden. Auch LSD ist ein ständiger Vertreter. Und ich höre und sehe immer mehr und öfter Ketamin und neue synthetische Designerdrogen mit den exotischsten Namen, wie 2c-b oder Ketox (Bei letzterem weiß ich nichtmal ob die Droge wirklich so heißt oder ob es nur ein „Spitzname“ ist). Dieses Ketox hab ich einmal probiert, weißes Pulver, habs gezogen und es war absolut nicht erstrebenswert, hat mich so weggeklatscht dass selbst ein Straßenschild mir schon fast Angst eingejagt hat, nichts für mich also. Sowieso lass ich die Finger von diesen ganzen Sachen die ich nicht kenne bzw. nicht mal weiß aus welchen Bestandteilen sie zusammengesetzt sind. Klar, irgendwie Doppelmoralisch von mir, schließlich schmeiß ich ja auch Ecstasy – aber selbst da weiß man ungefähr was drin ist, ich schau grundsätzlich im Internet und frage Leute die ich kenne, wie sie wirken. Damit bin ich bisher ganz gut gefahren.

Spiritualität

Ein wichtiger Aspekt in der Goaszene ist das Suchen nach geistigem Wachstum oder gar Erleuchtung in der Gemeinschaft. War dies zu Beginn der Hippie- und Goabewegungen absolut Sinn und Zweck der gesamten Community, so ist die Spiritualität heutzutage zwar immernoch stark im Vordergrund, aber längst nicht mehr so sehr wie früher. Ich hab leicht reden, war ja schließlich nicht dabei, aber das ein oder andere Gespräch mit den „alten Eisen“ bringt mich zu diesem Schluss. Nichts desto trotz, wie gesagt, die spirituelle Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt und mit sich selbst ist eines der großen Themen in der Szene. Wer sich damit beschäftigt, kommt nicht umhin, die Bedeutung eines Symbols zu hinterfragen, das man überall sieht, egal ob als Aufnäher, Tattoo, Deko, gemalt, gestickt, überall:

Om / Aum

Om / Aum

Wikipedia sagt:
„Der Klang steht für den transzendenten Urklang, aus dessen Vibrationen nach hinduistischem Verständnis das gesamte Universum entstand. Es bezeichnet die höchste Gottesvorstellung, das formlose Brahman, die unpersönliche Weltseele. Diese umfasst das Reich der sichtbaren Erscheinungen und das Reich des Transzendenten.“

Ergänzend dazu aus dem Yogawiki:
„Eines der umfassendsten und bedeutungsvollsten Symbole. Om steht für die Dreieinheit. Es verkörpert zum Beispiel die drei Bewustseinszustände: Wachzustand (jagrat), Traumzustand (svapna) und den Tiefschlaf (sushupti), oder auch die drei Aspekte Gottes: a steht für Vishnu, u für Shiva und m für Brahma. Om beinhaltet aber auch immer ein Viertes Element, welches über die relativen Zustände hinaus geht (Turiya).

Om existiert als ewige, universelle Schwingung und ist Knotenpunkt zwischen der absoluten und der relativen Welt.

Om ist ein Klang, der seit vielen Jahrtausenden verwendet wird, um Körper, Geist und Seele zur Harmonie zu führen. Om wird in Hatha Yoga Stunden oft am Beginn und am Ende gesungen. Om wird auch besonders in der Meditation verwendet. Letztlich sind alle Klänge des Universums auf Om zurückzuführen.“

Oder in meiner Interpretation: Om bedeutet Gleichgewicht, Eins sein mit Allem, es ist die Verbindung des materiellen Menschen mit der feinstofflichen Ebene unseres Universums. Und genau das ist es, was die ursprüngliche Goa-Bewegung ja transportieren wollte. Leider ist den meisten „Neulingen“, bzw. Menschen die seltener auf Goapartys zu finden sind, die tiefere Bedeutung dieses Symbold nicht klar und sie fragen erst gar nicht nach, sodass das Om fälschlicherweise als „Goa-Zeichen“ gesehen wird.

Symbolik

Ich sprach nun schon an mehreren Stellen von Deko. Die besteht neben String-Arts, Lampions und psychedelisch bemalten Seidentüchern auch aus Symboliken, die man überall wieder findet. Pilze, Kobolde, Märchenwälder, sind genau so häufig vertreten wie spirituelle und religiöse Symbolde wie Ying&Yang, Hand der Fatima, Auge der Vorsehung und Om. Auf die nähere Bedeutung all dieser Symbole möchte ich hier nun nicht eingehen, aber so viel sei gesagt: die Menschen umgeben sich mit ihnen, um sich ihrer gewahr zu werden, um achtsamer zu werden und auch um in tranceartigen Zuständen durch die einen Zugang zur feinstofflichen Welt zu erlangen.
Ich persönlich verfolge diesen Sinn eher weniger, für mich ist aber die Konfrontation mit den Symbolen und damit einhergehender Recherche über ihre Bedeutung ein Weg, um meine innerste Sicht auf die Welt, mein Selbst und den Tod weiterzuentwickeln.

Umwelt

Und schließlich, mit dem spirituellen Geist der Gemeinschaft und dem achtsamen Erleben der Umwelt geht auch die Liebe zur Natur einher. Die besten und schönsten Partys finden definitiv draußen statt, meist abgeschieden von Zivilisation, zumal sie in den meisten Fällen ja wirklich nicht angemeldet und somit illegal sind. Nicht nur deswegen achten die sogenannten „Goanauten“ gut auf die Umwelt in der sie feiern. Müllbeutel sind unabdinglich und wenns zu viel Müll gibt, machen die Veranstalter oft Musikpausen, in denen die Gäste zum Aufräumen motiviert werden. (Nebenbei bemerkt, sowas habe ich noch auf keiner einzigen Outdoor-Technoparty erlebt!) Selbstverständlich ist auch das noch lange nicht bei jeder Party oder für jeden Veranstalter Gang und Gebe, darum rufe ich hiermit zur allgemeinen Achtsamkeit auf!


Zusammengefasst kann ich sagen, dass die Goaszene mir persönlich nicht nur musikalisch und sozial unglaublich viel gibt. Auch spirituell gesehen ist es eine wunderbare Plattform, um mich selbst, meine soziale und natürliche Umwelt zu erleben, um tiefgreifende Gespräche zu führen, wildfremde Menschen auf ganz anderen Ebenen kennen zu lernen. Ich kann mich entfalten und selbst kennen lernen. Niemand schaut von oben auf mich herab und meint zu wissen was besser für mich wäre. Hier habe ich Raum, um in einer großen Gemeinschaft so zu sein wie ich bin – so zu sein wie ich sein möchte! Die Menschen sind füreinander da und passen aufeinander auf und akzeptieren gleichzeitig die Selbstverantwortung des Einzelnen. Die Musik treibt mir jedes Mal Gänsehaut über den ganzen Körper und Tränen in die Augen, ich entstehe und vergehe im Tanzen, grinse stundenlang über beide Ohren (unter uns, wenn ich zu viel Ecstasy drin hab, fang ich an wie ein kleines Groupie die DJs anzuhimmeln…peinlich 😀 ), ich fange an zu Psytrance Macarena zu tanzen und die Leute freuen sich darüber, machen mit und schenken mir ihr Lachen.

Es gab bisher keine Gemeinschaft, weder Techno noch Metal, keine Schule und keine gesellschaftlich akzeptierte Gruppierung, die mir so viel geben konnte wie diese (Ich möchte hier ganz bewusst meine Familie von dieser Aufzählung ausschließen).

Und wie versprochen ein paar Links:

Der offizielle 15-Minuten-Film zum Waldfrieden Wonderland Festival 2013, das für mich am besten den „Spirit“ transportiert

Dissy – Cocaine (Psytrance)

Electric Universe – Higher Modes Album (Psytrance)

Supernova (Progressive Psytrance)

Harlekin (Progressive)

Protonica – Assorted Waves (Progressive)

Bazooka – Psychedelic Circus Set (Progressive)

Fiko – FullOn Psytrance 2013 (Full On)

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7 Gedanken zu “Techno, MDMA und die Subkultur namens Goa

  1. Der Artikel von der Bulette ist ja der Hammer. Musste an meine erste richtige Goa denken, ein Vulkankrater in der Eifel, also RP. Und tatsächlich so um 2002 rum. Und ja, auf MDMA war ich da auch. Tags trieb sich dann an der Zufahrt irgendwann ein Streifenbulle rum. Wirkte ziemlich hilflos angesichts der verzottelten verstrahlten, die ihm da fröhlich entgegenspazierten. Und dann ist er wieder weggefahren, als man ihm sagte, hier wird halt n Geburtstag gefeiert. MIr war Goa-Musik auf Deuer zu stressig. Als Kiffer ist man halt mit Reggae sozialisiert. Wir haben uns ganz privat dann zum Beispiel mit Sphongled die Nächte um die Ohren geschlagen…

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