Klar denken

Mir ist gerade aufgefallen, dass ich, wenn ich eine Goaparty besuche, im Grunde die ganze Zeit an Ecstasy denke. Ich komme an und meine Augen springen auf der Suche nach einem potentiellen Händler durch den Raum. Wenn ich was hab, mach ich mir Gedanken über die Dosierung und wenns dann wirkt, über die Wirkung. Und wenns vorbei ist, weine ich letzterer nach. Nicht immer aber fast. Kein Wunder, dass ich Goapartys mit Drogenkonsum gleichsetze. Da besucht man einen Ort voller Liebe, akustischer Ekstase und guten Menschen und das Hauptaugenmerk liegt auf einer Substanz, in kleine bunte Förmchen gepresst, die genau das verändert, was die Situation ausmacht. Und das tut man dan so oft und so kurz hintereinander, dass der eigentliche Zweck der Übung verloren geht.
Warum nicht einfach mal hingehen, ungezwungener, Spaß haben, das Große und Ganze zelebrieren und nicht permanent die Drogen im Kopf haben? Wenn ich zwischendurch Bock auf ne Pille hab, na gut, und dann erst mal zufrieden sein mit dem was ich habe. Mich mehr auf das Hier und jetzt einlassen undzwar ohne verklärten Blick. Das habe ich mir für die nächste Party vorgenommen.

Diese Gedanken kamen mir gerade, als ich auf meinem Sofa sitzend, Schnitzel mit Pommes in mich reinstopfend und mit dem Fuß wippend, aus dem Fenster starrte und feinsten Psytrance genoss. Der aus meiner Anlage tönt. Die auf meiner Kommode steht. In meinem Wohnzimmer. In meiner Wohnung. Endlich. Ich bin allein und tue was mir gefällt ohne Bestätigung oder Kompromisse zu suchen. Und es ist gut, für mich und für ihn und für uns. Wir freuen uns aufeinander. Und gehen beide arbeiten.

Und er hats geschafft. Muss nicht mehr ziehen um zur Arbeit zu können. In den letzten 2 Monaten nur einmal zusammen feiern gewesen. Wahrscheinlich ist das auch der einzige Grund, aus dem ich eingehenden Gedanken überhaupt fassen konnte. Weil ich absolut nüchtern und entgiftet diese Musik hören und mich an dieses Gefühl erinnern konnte, das von den Chemikalien im Blut anfangs noch verstärkt wurde und mit der Zeit abstumpfte, um größere zu konsumierende Mengen zu rechtfertigen. Aber dieses Gefühl hat seinen Ursprung nunmal nicht in den Drogen und ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass ich es nun, nach dieser Reise durch den Regelkonsum, in nüchternem Zustand noch viel stärker spüren und zelebrieren kann als vorher. Ich habe gelernt was passiert, wenn man zu viel will und freue mich zu erleben wie es wird, wenn ich es mal wieder vollkommen bewusst wahrnehme.

Natürlich ist es noch immer Thema. Jedes Wochenende bekämpfen wir auf Neue unsere Hunde namens Schwein. Die eine Party vor 3 Wochen hat uns auch total fertig gemacht. Waren eine Woche lang schlecht drauf. Das war uns eine Lehre, vor allem was die Dosierung angeht, denn die Tolleranzgrenze ist gesunken und wir haben uns vollkommen falsch eingeschätzt.

Insgesamt läuft es also ganz gut, ich kriegs irgendwie recht gut hin, 8 Stunden am Tag zu arbeiten, weil ich mit meinem kleinen Reich eine große Motivation habe.

Hoffen wir, dass es so bleibt und wir uns an den neuen Rhytmus gewöhnen.

Gute Nacht

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