Die Frage nach dem „Warum“

Sagen wir mal, das was wir sehen, fühlen, erleben, unsere Umwelt, unser Universum sind Projektionen eines einzigen großen Bewusstseins, einer Präsenz die existiert nur um des Existierens willen. Nennen kann man es wie man will, aber die meisten nennen diese Präsenz „Gott“. Dieser Gott ist also allein mit sich selbst. Außer ihm existiert nichts. Was rechtfertigt diese Existenz, wenn es niemanden gibt der sie erfahren kann? Und da kommen wir ins Spiel. Nicht wir Menschen, sondern wir Lebewesen. Wir haben uns zu den verschiedensten Bewusstseinsformen entwickelt und jedes Lebewesen erlebt seine Welt anders. Und die größte Frage von allen ist doch die nach dem „Warum“. Wir hinterfragen das Sein, weil es in unserer Natur liegt, das zu tun.
Warum sind wir auf dieser Erde und stellen uns diese Fragen?
Warum das alles, wenn man am Ende stirbt und nichts mehr von einem übrig bleibt?
Wo ist das Ziel, der Sinn?

Man spricht immer vom „zu sich selbst Finden“, „sich Erfahren“. Und nichts anderes tun wir permanent. Wir erleben. Wir sind Zeugen unserer Selbst. Alle Reize, alles was wir sehen, Geräusche, Gefühle, entstehen in unseren eigenen Köpfen. Wir gehen durch die Welt und wollen glücklich sein, wollen Erleuchtung.

Sagen wir, wir alle sind das Universum, das sich selbst erfährt. Wir existieren, um die Existenz an sich wahrzunehmen, um diesem höheren Bewusstsein erst die Möglichkeit zu geben, überhaupt zu existieren!

Ich mag den Vergleich von diesem funktionierenden menschlichen Gehirn, das ein vollständiges Bewusstsein beherbergt, aber keinen Körper hat der es ihm ermöglicht, Reize aufzunehmen, weil es von mir aus im Labor in einer Flüssigkeit rumschwimmt. In diesem Gehirn haben wir nun also Bewusstsein, Seele und alles was dazugehört um Reize zu verarbeiten, aber nichts womit es diese Reize aufnehmen kann. Das Hirn arbeitet also und wird wahrscheinlich ein Universum aus dem erschaffen, was es selbst ist. Und was ist befriedigender als diese Welt erfahrbar zu machen? Indem es sein eigenes Bewusstsein interpretiert, erschafft es Abbilder und spielt die Möglichkeiten durch die es hat. Und die Möglichkeiten der menschlichen Phantasie sind für uns schon schlier unendlich. Man stelle sich vor (zumindest versucht man es), wie viele unendliche Möglichkeiten ein ganzes Universum hat!

Nichts anderes lehrt uns doch die Evolutionstheorie. Die Lebewesen haben sich weiterentwickelt, weil durch Genetik, natürliche Selektion usw. überhaupt erst die Möglichkeit dazu gegeben wurde! Und sie haben sich das nicht ausgesucht, es ist einfach passiert! Und wozu? Damit am Ende genug entwickelt, erfahren und verstanden wurde um zu begreifen, WAS genau diese „Existenz“ eigentlich ist!

…und wenn man dann stirbt – tja wer weiß ob man dann endlich vollends begreift und wieder ein Teil des Ganzen wird, oder ob man ohne Umschweife die nächste Möglichkeit durchspielt, ein anderes Leben, vielleicht sogar in einer anderen Welt, die absolut nichts mit dem gemeinsam hat was man gerade hinter sich gelassen hat.

Und aus diesem Gedankensalat resultiert für mich der altbackene Spruch „der Weg ist das Ziel“. So abgedroschen sie auch sein mögen, diese Worte haben etwas so unendlich Wahrhaftiges. Wir wissen nicht was uns erwartet, wenn wir alt werden und sterben. Alles was wir haben ist das Hier und Jetzt, nicht mehr und nicht weniger.

Darum ermahne ich mich ständig selbst, wenn ich an dem Gedanken an den unvermeidlichen Tod verzweifle: es macht keinen Sinn, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Der Tod kommt, so oder so und was danach kommt, sei es nun ein Leben danach oder die Nonexistenz, es gibt nichts was man tun kann um es zu ändern. Das einzige was man tun kann ist, das Leben was einem geschenkt wurde, auszukosten. Es gibt so viel Wunderbares in dieser Welt und das will ich entdecken, erfahren, genießen!

Das ist der Sinn für mich. Der Grund ist doch egal. Den werde ich noch früh genug erfahren. Oder auch nicht. Mal schauen.

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