Vom Symbiosen-Entzug

Dieser Beitrag ist ausschließlich dem Guten gewidmet, das sich in den Ritzen der Allesistscheiße-Couch versteckt. Nachdem ich in den letzten Tagen ausschließlich geschlafen und geheult, kaum gegessen und mich schon gar nicht gewaschen habe, hab ich es heute Abend endlich geschafft mich aufzuraffen, zu duschen, zu essen und zu spülen. Um meinen Papierkram hab ich mich auch ein wenig kümmern können. Das sind doch schonmal viele gute Dinge an einem Tag.
Ich denke, dass diese krassen depressiven Verstimmungen auch ihr Gutes haben, denn sie sind Ausdruck all dessen, was ich in den letzten 2 Jahren des Kampfes nicht verarbeiten konnte. Das kommt jetzt, da ich einen Schlussstrich gezogen und mich von M. getrennt habe, alles raus. Letzten Montag war das. Wir warwn beide furchtbar traurig. Haben zwischendurch gestritten, geheult, sind aneinander verzweifelt. Und dann haben wir diesen Punkt erreicht, an dem wir ganz sachlich darüber reden konnten. Vor allem über unsere Symbiose. Wir haben einander verstanden. Und haben unsere Abhängigkeit voneinander durchschaut. Und dann haben wir uns, mit vollster Absicht, noch ein letztes Mal in unserer Symbiose gesuhlt, haben Unmengen Drogen gekauft, uns zugeknallt bis zum Gehtnichtmehr.

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Ich hatte den Drang, diesen Moment, in dem wir der Symbiose den Mittelfinger zeigten, irgendwie festzuhalten,.

In vollstem Bewusstsein haben wir die Co-Abhängigkeit noch mal in vollen Zügen genossen, haben uns genossen, sind zusammen runtergekommen und nach dem Frühstück unserer Wege gegangen. Das war nochmal entsetzlich traurig.
Jetzt bin ich alleine und muss mich ausschließlich um mich selbst kümmern und das ist schon hart. Hinzu kommt dieser Drang, Drogen zu nehmen. Nicht mal eine bestimmte, nein, irgendeine! Ein Mechanismus, den ich mir angewöhnt habe, seit ich mit 16 das erste Mal gekifft habe. Alles ist scheiße -> nimm Drogen, schlimmer kanns jetzt eh nicht mehr werden. Aber es wird schlimmer dadurch.
Und damit wir auch brav beim Guten bleiben: dieser Drang war in den letzten 2 Tagen unglaublich stark und ich bin stolz, dass ich ihm wiederstanden hab. Wie oft habe ich die Nummer vom Tüp angetippt und dann doch nicht gewählt? Und jetzt hab ich dieses Loch irgendwie durchlebt, ganz alleine. Das Bloggen hat mir sehr dabei geholfen, mir selbst den Spiegel vorzuhalten. Und jetzt stehe ich wieder auf beiden Beinen. Würde total gerne jetzt irgendwo hin fahren, in die Stadt oder ans Wasser, aber mein Klarkommen ist grad nicht so schlau getimt…

Wie dem auch sei, ich denke, zur Seelenarbeit gehört auch der Gang durch die persönliche Hölle. Ich weiß noch nicht ob ich die Hölle jetzt hinter mir habe. Aber zumindest habe ich diese Phase durchgestanden, ohne schwach zu werden.

Tschakka!

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Ein Gedanke zu “Vom Symbiosen-Entzug

  1. Also, vielleicht kommt das jetzt superdoof und überhaupt nicht hilfreich: (was dann halt egal ist, hihi)
    Ich bin überzeugt, dass zur Seelenarbeit der Gang durch die persönliche Hölle gehört!
    Das Tolle daran ist, dass dich niemand dazu zwingen kann, dich mit dem ganzen Zeug zu identifizieren. Und dann tut’s nicht so weh. Es bist voll du und es ist wirklich unangenehm und scheiße, was so los ist in der Hölle. Und genauso bist du auch noch viel mehr und ganz was anderes, das wählen kann, ob es sich jetzt mit dem Leid identifizieren möchte oder nicht.
    Klingt einfach. Ist es (oft, manchmal) garnicht und bringt’s meiner Erfahrung nach voll.

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