Hinter dem Nullpunkt

Das Universum spricht mit einem. Jeden Tag. Es gibt einem kleine Hinweise, winkt mit dem Zaunpfahl, aber meistens sieht man es nicht. Oder will es nicht sehen. Aber wenn man die Augen ein kleines Bisschen weiter öffnet und hin und wieder mal innehält und zuhört, dann kann man vielleicht das ein oder andere Zeichen wahrnehmen. Kleine Wegweiser, winzige Pfeile, versteckt hinterm Alltag.

Ich war heute nach dem Frühstück mit M. in der Stadt unterwegs, wir haben bisschen was erledigt, waren noch im dm weil mein Minzshampoo zu männlich riecht wie er sagt und haben noch zusammen zu Mittag gegessen. Als ich danach heim kam und den Inhalt meiner Tüte vor mir ausbreitete, musste ich lächen.

Heute hat das Universum mich geradezu angeschrien!

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Das Buch lag auf einem Stromkasten in der Fußgängerzone. Wir sahen es und die Frage, ob wir es mitnehmen oder nicht, stellte sich gar nicht. Wie fucking passend grad!
Den Flyer habe ich auf einem ungeplanten Umweg entdeckt. Meditation und Yoga binde ich gerade ohnehin in mein Leben ein und überlege schon lange, mal einen Kurs zu besuchen. Und Therapie ist sowieso ein Thema im Moment.
Den Anti-Sress-Tee und das Johanniskraut wollte ich auch schon länger holen, heute war dann eben der Tag an dem M. mich im dm-Markt dran erinnerte und siehe da, sie hatten beides.

Seit 2 Tagen bin ich mega motiviert. Wie verzaubert. Habe spontan Yoga und Sport in den Tag eingebunden. Endlich entschieden wo ich die kleinen Würfel-Regale hin hängen will und sie dann auch tatsächlich aufgehangen. Das wiederum inspirierte mich, die wenigen Lagerungsmöglichkeiten in meiner Wohnung zu überdenken und ein bisschen umzuräumen. Gestern habe ich ein neues gesundes Rezept ausprobiert, das schon ewig rumliegt. Überhaupt bin ich gut gelaunt und habe das Gefühl, dass mein Leben jetzt in die richtige Richtung läuft.

Ich glaube, dieser Totalabsturz war der absolute Nullpunkt. Der Punkt, an dem sich etwas entscheidet. Ab dem man nicht mehr umkehren kann. An dem man die Tür aufmacht, die den Blick freigibt auf das was dahinter liegt. Jetzt wird mir bewusst, dass die Tür für immer mit der Wand verschmolzen wäre, hätte ich einen Schritt hindurch getan. Es hätte kein Zurück gegeben. Und dann wäre ich wahnsinnig geworden. Oder drogensüchtig und obdachlos. Jacke wie Hose.
Aber ich hab mich wieder umgedreht. Und das Universum hat mir heute die Augen geöffnet. Jetzt stehe ich da, die schwarze Tür im Rücken und sehe weites Feld. Fühle mich entgleist und merke, dass man ohne Schienen die Richtung ändern kann wann man will.

Danke, Universum

——-

Ohne das Bloggen hätte ich nie so schöne Bilder für meine Gedanken gefunden.

Danke, meine treuen Leser!

Ihr seid wie ein zweiter, anonymer Freundeskreis, der die intensivste Phase meines bisherigen Lebens aus einer anderen Perspektive miterlebt. Ohne euch hätte ich das Bloggen wohl mangels Zuschauer schon längst wieder aufgegeben, wie die letzten Male. Auch das werte ich als Schrei vom Universum

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2 Kommentare zu „Hinter dem Nullpunkt

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