Gedanken zum Experiment

Der folgende Beitrag ist aus meiner subjektiven Perspektive geschrieben. Alle Informationen über Wirkungsweisen und Dosierungen, die eventuell entnehmbar sind, sollten nicht generalisiert werden!
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen sie Ihren Arzt oder Dealer.

Drogen. Ein Begriff, der polarisiert. Und das nicht nur gesellschaftlich. Auch unter Konsumenten. Denn Drogen sind eben nicht einfach nur die verachteten illegalen, zerstörerischen „Drogen“, die einen dazu bringen zu stehlen und abzustürzen und in der eigenen Kotze unter einer Brücke zu verrecken. Es sind nicht nur Gras und Ecstasy und Heroin und Meth. Wird man gefragt ob man Drogen nimmt – im Grunde dürften nur die Wenigsten „nein“ sagen. Wikipedia zumindest gibt mir Recht, wenn ich keinen Unterschied mache zwischen Drogen und Medikamenten.

Als Droge werden im deutschen Sprachgebrauch stark wirksame psychotrope Substanzen und Zubereitungen aus solchen bezeichnet. Allgemein weisen Drogen eine bewusstseins- und wahrnehmungsverändernde Wirkung auf. Traditionell als Genussmittel verwendete oder als Medikament eingestufte Drogen werden in der öffentlichen Wahrnehmung oft nicht als solche betrachtet, obwohl in geeigneter Dosierung und Einnahmeform ebenfalls Rausch- oder erheblich veränderte Bewusstseinszustände auftreten können.

-Wikipedia-

Unter anderem daraus kristallisieren sich, mit Anstrengung ein paar grauer Zellen, mehrere Intentionen für den Konsum von Drogen heraus.

– Erhaltung/Wiederherstellung der Gesundheit
– reines Vergnügen
– Verdrängung persönlicher Konflikte (Marihuana kann das sehr gut)
– spirituelle Gründe, wie geistige Entwicklung/Bewusstseinserweiterung
– Neugierde
– Sucht

Witzig. Ich habe das noch nie so betrachtet und die Intention dieses Beitrags war auch eigentlich eine andere (Es war nicht die Diskussion über die Polarisation durch Drogen – Dieses Themas bin ich überdrüssig). Aber wenn ich das nun so betrachte, stelle ich fest, dass ich persönlich jeden dieser Gründe hatte, um Drogen zu nehmen. Nur einer der Punkte ist neu und wäre mir vor ein paar Monaten nichtmal eingefallen. Nämlich die spirituelle Herangehensweise an einen durch Drogen ausgelösten Zustand, um das eigene Bewusstsein zu erweitern. Und Wikipedia sagt es ja schon, durch geeignete Dosierungen wird das Bewusstsein zumindest verändert. Das trifft für mich auf jeden Fall auf Alkohol und Cannabis zu, sowie Schmerzmittel in erhöhter Dosierung. Ab wann spricht man also von einem erweiterten Bewusstsein? Ich denke, ab dem Punkt, an dem man reale Dinge wahrnimmt, die man vorher nicht wahrnehmen konnte oder wollte.
Nehmen wir beispielsweise meine ersten Erfahrungen mit Ecstasy. Die Wirkung setzt ein und zuerst ist die Wahrnehmung verändert. Einem wird schwummrig, die Optik zittert, die Akustik wird dumpf. Euphorie setzt ein. Man erreicht den Peak (Höhepunkt) nach etwa einer Stunde, fängt an sich mit jemandem zu unterhalten, den man nie zuvor im Leben gesehen hat, über ein Thema, dem man bisher wenig Verständnis entgegenbringen konnte. Und beginnt, zu verstehen. Die Empathiefähigkeit ist derart gesteigert, dass man sich in die sonst so missbilligte Sicht hineinversetzen kann und künftig ein anderes Bild davon haben wird. Und genau da beginnt die Bewusstseinserweiterung!

Kleiner Exkurs
So wie ich das verstanden habe, hemmt oder blockiert LSD den Filter im Gehirn, der entscheidet, welche Reize aktiv wahrgenommen werden und welche nicht. Da dieser Filter im Hirnstamm (dem sog. Reptilienhirn, welches rein instinktiv arbeitet) befindlich ist, kann man davon ausgehen, dass er unter biologischen Gesichtspunkten entscheidet: was ist überlebenswichtig und was nicht?

Die Steigerung der Intensität des Wahrgenommenen geht vermutlich auf die durch LSD beeinflussten Wahrnehmungsfilter des Hirnstammes zurück. Diese ebenfalls mit serotoninergen Neuronen in Verbindung stehenden Filter verlieren ihre Wirkung, wenn sie durch LSD beeinflusst werden. Da die serotoninergen Neuronen im Hirnstamm durch Serotonin inhibitiert werden und dadurch die Frequenz der durchlaufenden Reize verringert wird, kann man diesen Mechanismus für die Filterfunktion verantwortlich machen.
Thunemann

Die logische Schlussfolgerung: man nimmt sehr viel mehr wahr – eben auch die Dinge, die nicht überlebenswichtig sind. Für mich ist das der Inbegriff von Bewusstseinserweiterung.
Exkurs Ende

Da diese ganze LSD-Geschichte für mich eben nicht mehr nur Rausch und Vergnügen ist, sondern ein ernst zu nehmendes Experiment mit meiner Psyche, bin ich von meiner ursprünglichen Überzeugung, ich würde diese Erfahrung spontan und ohne jegliche Erwartungshaltung machen, abgerückt und setze mich seit einigen Monaten mit der Vorbereitung des Trips und Festlegung meiner Ziele auseinander, die ich hier mal grob anreißen will.

Ich frage mich nun, was passiert, wenn mein Denken verändert und die Wahrnehmung meiner Innen- und Außenwelt gesteigert wird? Für meinen ersten Trip möchte ich mich eher auf die Außenwelt konzentrieren, indem ich mein Mindset in den Tagen davor mit Dokus über Natur und Universum füttere.
Das steht jetzt natürlich im Konflikt mit meinem Selbstversuch zum dritten Auge, wie ich gerade bemerke. Wenn ich das also so recht bedenke, sollte ich vor dem Trip meine Klartraumpraktiken hinten anstellen. Mit meiner Innenwelt möchte ich mich auf LSD lieber erst beschäftigen, wenn ich ein bisschen Erfahrung mit diesem Zustand gesammelt habe.

Bewusstseinserweiterung durch LSD. Möglicherweise ist auch das ein Grund, aus dem ich es im Moment schaffe, mich von Party und Drogen (übrigens auch noch immer von Zigaretten – Juhu!) fern zu halten. Weil der Spaß verloren geht wenn man es zu oft macht und weil eben die Erweiterung meiner Wahrnehmung, die auf LSD sehr viel besser funktioniert wenn der Körper möglichst rein von allen psychotropen Substanzen ist, für mich gerade sehr viel spannender ist als Feiern und Ballern.

Das waren nur zwei grobe Anhaltspunkte zum Thema Set. In den nächsten Tagen werde ich auf jeden Fall mal einen strukturierten Beitrag zum Thema Set und Setting veröffentlichen, in dem ich meine Vorbereitungen und Gedanken zusammenfasse.

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4 Gedanken zu “Gedanken zum Experiment

  1. Ich habe gehört, LSD (eigentlich jede bewusstseinsverändernde Droge) soll man nur dann nehmen, wenn man sich gut fühlt, glücklich ist, zufrieden … wenn du LSD nimmst und du hast grad eine depressive Phase, läufst du Gefahr, Psychosen zu entwickeln und den schlimmsten Trip deines Lebens zu haben und nicht mehr rauszufinden). Mir würde das einleuchten, aber wenn ich mir meine Mitmenschen so anschaue, gibt es gar nicht so viele, die gefahrlos Drogen nehmen können.
    Es gibt ja auch dieses Experiment, das glaube ich Ram Dass alias Richard Alpert mit einem Guru machte, der auch mal Drogen nahm um herauszuinden, ob dessen Bewusstsein sich weiter erweitern würde. Der stellte fest, dass Meditationstechniken die gleichen Zustände herzustellen vermochten und dass die Droge gar nichts veränderte bei ihm. But mind you, das war ein Meister der Meditation, der seit Jahrzehnten praktizierte. Aber interessant finde ich das schon.
    Im Grunde glaube ich ja, dass es unser eigenes Gehirn ist, das uns führt, was immer wir tun. Und damit meine ich jetzt aber nicht den Verstand, der führt sogar recht häufig in die Irre. Aber das Gehirn ist einfach die Konsole des Raumschiffes, in dem es jemanden gibt, der führt, steuert, lenkt und alles tut, was notwendig ist. Ich gehe so weit zu behaupten, dass es eine Bereitschaft zur Bewusstseinserweiterung geben muss, wenn die da ist, brauchst du vielleicht nicht mal mehr Meditation oder Drogen. Es ist eine ganz bestimmte Art der Aufmerksamkeit und Hingabe, die völlig unvermischt ein Interesse an der Wirklichkeit ist ohne Beimischung von Gier, Angst, sogar Freude (die kommt, aber sie ist in diesem Moment nicht der Ausgangspunkt). Einfach ein leeres Gefäß sein, wie eine Tasse Tee, die sich nicht sträubt, wenn jemand Tee hineingießt aber keine Identitätskrise bekommt, wenn sie leer bleibt …
    …Freut mich sehr, dass du bei mir vorbeigeschaut hast :o) …! Einen herzlichen Gruß aus Wien.

    Gefällt 1 Person

    • Das mit der Psychose kann im schlimmsten Fall passieren, darum setze ich mich ja so mit dem Thema und mit mir selbst auseinander.
      Von diesem Experiment habe ich auch gelesen. Ich kenne sogar jemanden der schon jahrelang meditiert und den ein oder anderen rauschartigen Zustand erleben kann wenn er will. Insofern denke ich hast du Recht, das reine ICH ist mit der Teetasse zu vergleichen, die immer Tasse bleiben wird, egal was man rein gießt. Was übrigens ein schönes Bild ist 🙂

      Gefällt 1 Person

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