Unerwartete Nebenwirkungen

Mischkonsum Ecstasy, Amphetamin, Cannabis und Metamizol

Wir kamen von einer Party. Hatten in den letzten Stunden ein bisschen Amphetamin zum Hochkommen, Ecstasy zum Feiern und ich für meinen Teil Cannabis zum fliegen konsumiert. Fuhren erst noch zu ihm nach Hause, um ne Kleinigkeit zu essen und dann zu meiner besten Freundin zu fahren. Wir chillten eine Weile mit ihr und ihrem Freund, der dann aber allein feiern ging. Die beiden hatten auch die Nacht durchgeballert. Ein Kollege kam kurz vorbei und versorgte uns noch mit den kleinen gelb-blauen Pillen, bevor auch er wieder verschwand. Minions. Hauen ganz gut rein. Wir schmissen und also alle ne Pille und verbrachten den Tag damit, vollkommen energisch über Lebens- und Beziehungsführung zu philosophieren. Mit den Stunden wurde das Gerede zunehmend sinnloser und unsere Fähigkeit, Angefangenes zu Ende zu bringen nahm weiter ab. Mich traf die Müdigkeit früher als die anderen. Konnte an der mittlerweise unüberschaubaren Anzahl an Pillen liegen, die ich bis dato gefressen hatte. Dazu wie gesagt mehr Gras als man rauchen konnte. Das Resultat war Matsch in meinem Kopf. Irgendwie führte dieser Umstand zu Rumliegen und Weiterkiffen auf der Couch, während die anderen beiden es sich zur Aufgabe gemacht hatten, mich stundenlang mit kontextlosen, direkt aufeinanderfolgenden Sprüchen und Ausrufen zu belustigen. Mein schmerzender Rücken brachte mich dazu, eine Ibuprofen zu nehmen. War allerdings dermaßen von der Rolle, dass mir erst Tage später mein Fehler auffiel: statt der Ibuprofen hatte ich eine Metamizol-Natrium 500mg genommen. Was das auslöste, hatte ich bis dahin noch nicht erlebt. Die beiden anderen bombardierten mich stundenlang mit Sinnlosigkeit, Witzen, Sprüchen, Behindertsein. Ich verfiel immer wieder in Lachkrämpfe, die ich immer weniger kontrollieren konnte. Japste zwischendurch nach Luft und irgendwann wurde mir bewusst, dass ich aus so einem Lachflash heraus genauso gut anfangen könnte zu heulen wenn ich wollte. Dieses Gefühl eines Lachanfalls in der Brust wurde so intensiv, dass es fast zu viel wurde. Ich brachte halb erstickt zwischen den Lachern noch ab und an ein „Ichheulgleich“ heraus und merkte, dass ich es nicht mehr kontrollieren konnte, was mit einem Mal unglaublich unangenehm wurde. Kennt ihr dieses zittrige Japsen, wenn man nen Heulkrampf hat und sich selbst absichtlich reinsteigert?
Und dann, mit einem Mal schluchzte ich ins Kissen, die anderen beiden waren so mit Scheißelabern beschäftigt, dass ihnen der Unterschied zwischen Lachen und Heulen erst auffiel, als ich, in meine Kuscheldecke gehüllt, aufstand und ins Schlafzimmer flüchtete. Ich rollte mich auf dem Bett zusammen, kämpfte den Drang zu heulen nieder und schnappte nach Luft als sei ich gerade nen Sprint gelaufen. Die anderen beiden kamen sofort hinterher, M. setzte sich neben mich und hielt vorsichtig Abstand, um mich nicht noch mehr zu überfordern. Aber ich suchte seine Nähe und ließ mich schnell beruhigen. Wir waren alle etwas ratlos und wurden ruhiger, aber da die beiden noch ziemlich drauf und auf Output eingestellt, ging die Scheißelaberei bald weiter. Ich merkte immer wieder, wie aus dem Lachen heraus dieser Drang zu heulen wieder kam, was sich in unkontrolliertem Japsen äußerte. Ich musste mehrmals den Raum wechseln, da meine Anwesenheit, wie sich herausstellte, vonnöten war damit die beiden ihren Zustand ausleben konnten. Es dauerte etwas aber irgendwann fuhren auch meine Freunde wieder runter und der Abend klang aus.

Die nächsten zwei Tage schlug ich mich mit der Frage herum, welcher innere Konflikt da in mir hochgekommen sein könnte, war ich doch überzeugt, eine Ibuprofen genommen zu haben. Meine beste Freundin, im Gesundheitswesen tätig und mit Medikamenten und deren Wechselwirkungen vertraut, meinte dass Ibuprofen auch in Verbindung mit anderen chemischen Drogen keine Auswirkungen auf die Psyche habe. Weitere drei Tage später räumte ich meine Tasche aus und sah, dass ich keine Ibu sondern eine Metamizol genommen hatte. Ich war echt so verpeilt gewesen die zu verwechseln – was mir noch nie passiert ist! SO hart war mein Zustand gewesen. Ich war von mir selbst schockiert. Als ich das meiner besten Freundin erzählte, sah sie mich mit hochgezogenen Augenbrauen und einem ‚ja dann kein Wunder-Blick‘ an und sagte „ja dann kein Wunder!“
Ich frage mich nun, wie viel von diesem emotionalen Ausbruch an mir lag und wie viel von dem Drogencocktail ausgelöst wurde…

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2 Gedanken zu “Unerwartete Nebenwirkungen

  1. Reines MDMA und oder Teile und dazu Gras. Das Gras bewirkt bei mir immer eine tiefe Stille und ein Schweigen.Obwohl total unterwegs auf Chemie. Und dann werde ich immer melancholisch. Klammer mich am Alkohol fest versuche klar zu kommen.Darum bekomme ich von meinem Konsumpartner nix mehr zu rauchen wenn ich unterwegs bin.

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