Traumtagebuch Log. 10

In meinem Traum gab es keine Namen. So gab es nur das Mädchen mit dem Kleid, das die Farbe wechselte und mit den blonden, korkenzieherartig gelockten, langen Haaren, die unzählige Augenpaare in ihren Bann zogen. Es suchte. Suchte nach seiner Freundin und deren Vater, irrte in einem gigantischen Parkhaus herum, das nur zu dem einen Zweck gebaut worden schien, das Mädchen davon abzuhalten, sein Ziel zu erreichen. Es hatte unzählige Stockwerke und verwirrende Gänge, die ihm das Gefühl gaben, verfolgt zu werden. Doch schließlich fand die junge Frau mit dem roten Kleid wonach sie suchte, sie betrat ein Schankhaus und sah sich um. Ihre Lenden bebten. Irgendwie hatte sie da so eine Ahnung, dass dies nicht die reale Welt sei. Mehr Gedanken machte sie sich dazu jedoch kaum, während sie durch die mit dicken Holzbalken getrennten Räume wanderte und an einen Tisch kam, an dem eine Familie mit drei Knaben saß. Einer der Knaben gefiel ihr besonders gut und so zeigte sie mit bloßem Finger auf ihn und forderte ihn auf, ihre vor Lust zitternden Schenkel zu befriedigen. Er sprang auf, während sie sich, mitten im Raum auf dem Rücken liegend, das schwarze Kleid über die Hüften zwängte. Der Slip wurde nur schnell beiseite geschoben, bevor er lustvoll in sie eindrang und ihr Feuer anfachte.

Es ging schnell. Und es war gut.
Das Mädchen verbrachte viel zeit mit dem Knaben. Es war eine Hassliebe, denn niemand wollte sich die Blöße geben, schwach und zerbrechlich zu sein. Doch eines Tages sagte das Mädchen die drei magischen Worte, die Ungläubigkeit in dem Knaben auslöste. Konnte es wirklich sein? War sie krank? Sie scherzten darüber, doch am Ende glaubte er ihr und sie konnten ihr Glück nicht fassen. Beschwingt von der Liebe schwebte er davon und das Mädchen stand dort an der Mauer und sah ihm nach, ein Lächeln auf den Lippen. Das erste Lächeln, doch es sollte nicht von Dauer sein, denn der Kutscher verlor die Kontrolle über die Pferde und das Unglück nahm seinen Lauf. Der Aufprall, einem Donnerschlag gleich, ließ den Knaben herumfahren.
Das Mädchen mit dem gelben Kleid lag in seinen Armen und war tot. Seine Liebe war tot. Voll Verzweifelter Hoffnung ging er zu einem Anderswesen. Es strahlte alte Weisheit aus und zeigte sich nur in Form von gebogenen Lichtstrahlen, die den unwirklichen Raum durchtanzten.

Ob das Mädchen gerettet werden konnte, weiß niemand. Manchmal hört man die Irrlichter darüber singen, in einer Sprache die nur sie verstehen können.


Traumtagebuch

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