Traumtagebuch Log. 11

Die Träume in dieser Nacht hatten alle Drogen zum Thema. Das passiert immer, wenn ich mal ein paar Tage gar nichts konsumiere. Gestern hatte ich einen heftigen Anfall von Konsumverlangen, den ich mit künstlerischer Betätigung besiegt habe.


Ich bin draußen, es ist Nacht. Auch andere sind draußen unterwegs. Jeder von uns hat Drogen dabei oder will welche haben. Dabei sind wir nicht als Gruppe unterwegs, jeder ist für sich und insgesamt fühlt es sich an wie eine Mission in einem MMORPG, nur ohne den Fantasy-Touch. Als ein Polizeiauto die Straße herunterkommt, laufen alle wild durcheinander, aufgescheucht wie die Fliegen. Auffälliger gehts nicht. Ich versuche die Contenance zu behalten und gehe ganz gemütlich über den Bürgersteig. Der Streifenwagen fährt an mir vorbei, ohne anzuhalten. Glück gehabt.

Zwei Leute verstecken sich unter einem Dinokostüm. Das sieht aus wie diese Pferdekostüme, wo einer den Kopf spielt und einer das Privileg hat in die Rolle des Hinterteils zu schlüpfen. Da es so dunkel ist und die beiden mit dem graugrünen Kostüm auf einem mit dicken Büschen bewachsenen Hang herumwuseln, sieht man sie kaum. Clever.

Als der nächste Bullenwagen vorbei kommt, ducke auch ich mich hinter einem der Büsche, oder genauer gesagt, in den Schatten eines Mannes der sich hinter einem Busch duckt. Der ist viel größer und stärker als ich und offensichtlich auch aggressiver, denn er bedroht mich und verlangt, dass ich ihm mein ganzes Zeug gebe. Aus purer Angst gebe ich ihm zwei der drei Döschen, die ich dabei habe. Das dritte sieht aus wie diese Überraschungsei-Verpackung fürs unnötige Plastikspielzeug. Nur, dass es doppelt so groß ist und durchsichtig. Es ist fast komplett mit Speed gefüllt. Ich will es nicht rausrücken, denn es ist nicht meins. Ich sage mehrmals, dass man mich umbringt wenn ich das verliere, doch der Typ lässt nicht locker. Bedrängt mich so sehr, dass ich schon fast Angst habe, er würde mich vergewaltigen.
Ich renne weg, fliehe vor dem Gierigen. Rufe um Hilfe, doch niemand ist in der Nähe. Er jagt mich erbarmungslos durch die Nacht. Ich entdecke ein Gebäude, ein einstöckiger, fensterloser, gefliester Kasten. Renne hinein, es ist wie in den Umkleide- und Duschräumen eines Schwimmbads, nur ohne das Schwimmbad. Die Menschen dort wollen mir nicht helfen.


Traumtagebuch

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