Neuer Schwung

Ausnahmsweise gibts mal nen Sound zum Text

 

Ich habe meinen Beschluss, bis Ende des Jahres keine Drogen zu konsumieren, überdacht. Und bin zu dem Schluss gekommen, dass es keinen Sinn macht, sich selbst etwas verbieten zu wollen, das man so gerne tut. Warum auch? Zum einen ist es meiner Meinung nach eine Form der Kastrierung, wenn man sich selbst etwas nimmt, oder nehmen lässt, was einem Spaß macht und das einem gut tun kann. Zum Anderen hat ein kontrollierter Konsum ja auch gute Seiten, sonst würde man das ja kaum machen.

Mein Ziel war es, mich selbst wieder in einen gesunden Abstand zu den Drogen zu bringen, damit ich mich nicht darin verliere und um den Rausch, wenn er dann stattfindet, wieder genießen zu können. Da hat der werte Herr Wunder von meinedrogenpolitik genau die passenden Worte gefunden:

Verbiete dir nichts. Sag nicht, ich will keine Drogen mehr nehmen. Sag, ich will ausschließlich das absolute Wow-Erlebnis.

Verehre den Stoff noch viel mehr.

Wie die schweineteure Flasche Süßwein, die mit jedem Jahrzehnt teurer und geiler wird. Nur das der Wein in dem Fall der Transmittervorat deines eigenen Körpers ist.

Das hat mich zum Denken angeregt und nun dazu geführt, mein Vorhaben umzuformulieren. Ich möchte bis zum 31.10.2016 kein Geld für illegale Drogen ausgeben und nichts Chemisches zu mir nehmen. Das hat mehrere Gründe.

Zum Einen mag ich mir ab und an einen rauchen, um mich für einen anstrengenden Tag zu belohnen oder auch nur zum Spaß. Oder mal ein Glas Wein trinken.
Zum Anderen bin ich im Moment so hart pleite, dass diese Regelung einfach nur sinnvoll ist. Und mein grünes Gold, das ich einfach genießen möchte, ist in ein paar Tagen fertig, also brauche ich da auch gar nichts für ausgeben. Ich wäre auf der sicheren Seite, was sowohl die Finanzen, als auch die Konsummenge angeht.
Die chemischen Drogen habe ich mir dennoch bis zur Deadline ganz verboten, weil ich es für notwendig halte. Amphetamin konsumiere ich ohnehin extrem selten und ich mag es auch nicht. Fällt also eh weg.
MDMA oder Ecstasy hatte ich scheinbar einfach zu viel. Die Tatsache, dass die beiden Pillen vor anderthalb Wochen beinahe gar nicht gewirkt haben, hat mir echt Angst eingejagt. Ich möchte meinem Transmitterhaushalt die Gelegenheit geben, sich wieder vollständig zu regenerieren und mal eine Weile nicht beeinträchtigt zu werden.
Und auch das LSD will ich in der Zeit komplett weg lassen, einfach weil ich denke, dass nach 4 Erfahrungen innerhalb von 4 Monaten eine solche Pause angebracht ist. Gestern habe ich den Tripbericht zur zweiten Erfahrung mit 100µg beendet und korrektur gelesen. Dabei fiel mir auf, dass der Trip noch in mir schmort und ich einfach Zeit brauche, um alles nochmal zu reflektieren und zu integrieren.

Ich denke, dieser Umgang mit dem Ganzen ist sinnvoller. Schon in der Vergangenheit hat es sich oft genug als sinnlos herausgestellt, mir selbst den Konsum zu verbieten. Oder am besten noch jemand anderen zu beauftragen, einem auf die Finger zu klopfen. Das führt zu Konflikten und im Zweifel dazu, dass man unehrlich mit sich selbst und der betreffenden Person ist. Der eigene Konsum ist und bleibt der eigene Konsum! Man darf niemandem sonst (womit ich Freunde und Familie meine, nicht Ärzte und Psychiater!) die Verantwortung für etwas übertragen, das man im Grunde doch selbst regeln will.
Und wenn man dann in Eigenverantwortung tritt, dann sollte man auch bereit sein, diese Verantwortung reflektiert zu tragen und sich selbst einzugestehen, wenn man zu hart zu sich ist.

Soviel dazu. Ansonsten habe ich heute überraschend viel geschafft, obwohl ich gestern gekifft habe. Zwar habe ich lange geschlafen, aber dafür sieht die Wohnung aus wie geleckt und ich habe ein paar Bewerbungen abgeschickt. Ja, tatsächlich! Ich hab angefangen mich zu bewerben! Endlich ist der Knoten geplatzt.

Ich fühle mich grad, als würde ich es endlich schaffen, aufzustehen aus dieser Pfütze aus dickflüssigem Schlick, der mich unten gehalten hat. Naja. Das ist vielleicht etwas dramatisch ausgedrückt. Ich war im letzten Jahr nicht wirklich tief in der Depression. Ich habe mich endlich mal um mein Seelenheil gekümmert, bin zwischendurch ein bisschen ausgeflippt, hab neue Sachen ausprobiert und mich in meiner ersten eigenen Wohnung eingerichtet. Die ist für mich inzwischen ein richtiger Tempel geworden. Mein eigenes kleines Reich, in dem nur eine einzige Person das Sagen hat: ICH!
Aber jetzt ist auch mal langsam gut mit Rumhängen und dem schönen Lotterleben. Ich will wieder was zu tun haben. Ich brauch ne Aufgabe, sonst fang ich noch an, mich ans Arbeitslossein zu gewöhnen. Und das will niemand. Also wirklich jetzt. So spontan fällt mir keiner ein, der das toll fänd. Mein Schweinehund vielleicht. Aber der hat eh nix zu kamellen.

Basta.

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Ein Gedanke zu “Neuer Schwung

  1. Just do it! 😉

    Der richtige Umgang ist schwer, du sagst ganz richtig, das jeder seinen eigenen Weg gehen und finden muss. Hoffe du machst die richtigen Fehler und die besseren Entscheidungen 🙂

    Gefällt 1 Person

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