Erfolgserlebnis

Am Wochenende hatte ich Geburtstag. Ich habe mit ein paar wenigen ausgewählten Liebsten und einem Überraschungsgast reingefeiert. Mit diesem Gast habe ich vor drei Jahren auf den Techno-Openairs auf dem Flugplatz total verballert Kreuzworträtsel gelöst. Ich ging von einer wildfremden Person aus, als D. ihn am Telefon ankündigte. Er würde auch nicht mit leeren Händen kommen. Schön, dachte ich mir, wir wären sonst auch nur zu viert gewesen, was wohl nicht weniger lustig geworden wäre, aber ich steh halt auf Überraschungen, die mir Geschenke mitbringen. Und dann steht da S. vor mir, wir haben uns beide den Arsch abgefreut.

Und mit leeren Händen kam er tatsächlich nicht. Hielt mir die Faust hin zum Zeichen, dass ich meine Hand aufmachen sollte und ließ drei kleine, rote Brocken hineinfallen. Uff. Mein Inneres zog sich zusammen wie eine Rosine in Zeitraffer. Damit hätte ich nicht gerechnet und fand es im allerersten Moment total daneben, was ich mir aber keinesfalls anmerken ließ und bedankte mich stattdessen strahlend.

Warum ich das daneben fand? Weil meine Freunde von meinem Vorhaben, bis Ende des Jahres meine Serotoninspeicher in Ruhe zu lassen, natürlich alle wissen. Hatte D. den Überraschungsgast nicht dahingehend aufgeklärt? Nagut. Aber jetzt war es so und das war für mich vor allem eins: ein Trigger. Wenn wir mal davon ausgehen, dass einer meiner Gäste in meiner Küche einen Spiegel mit Speed liegen hatte und der Alkohol bereits zu einem drastischen Verlust der Artikulations- und Entscheidungskompetenz aller geführt hatte, war das unerwartete Geschenk nur noch die in indischem Honig karamelisierte Piermont-Kirsche auf der Sahnehaube des Triggerkuchens.

Aber, oh glückliche Fügung! -oder was heißt Fügung….dafür darf ich mir selber auf die Schulter klopfen. Schicksal hat damit nix zu tun- Dieses Geschenk zu verköstigen, kam mir zwar in den Sinn, kam aber zu keinem Zeitpunkt auf die Liste der realen Optionen. Ich dachte nur: oh nein, ein Trigger! Schnell weg damit! Habe die drei Kostbarkeiten in eine kleine Dose gesperrt und in die kleine Schatzkammer a.k.a. Drogenschublade verbannt. Und damit war das Thema für mich auch irgendwie gegessen. Ich wurde für meine Stärke beglückwünscht und beglückwünschte mich auch selbst. Am meisten freut mich, dass das eigentlich gar keine Leistung war. Zumindest nicht in dem Moment, denn es fiel mir nicht schwer, nein zu sagen. Nein, das nicht, aber eine Leistung habe ich dennoch verbracht. Ich habe gelernt. Versuch und Irrtum …viele, sehr viele Irrtümer… haben zum Lernerfolg geführt und ich kann meinem Kackschweinehund gediegen den Mittelfinger zeigen! Hurray!

Die drei kleinen roten Köstlichkeiten werde ich gut aufbewahren und freue mich schon jetzt darauf, meine Synapsen damit zum Jahreswechsel auf Welt-Tournee zu schicken!

 

Passend zu diesem Erfolgserlebnis habe ich eine gute Aussicht auf einen vernünftigen Job und diese Woche noch zwei Vorstellungsgespräche. Ich darf mit mehr als verhaltenem Optimismus sagen, dass ich deutliche Anflüge von Rückenwind spüre. Na dann mal alles anschnallen, Tische hochklappen und Segel setzen…

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