Party hart, Party heftig – oder nicht?

Samstag war es dann soweit. Ich war so partygeil, dass ich einfach nicht anders konnte. Klar wär ich am liebsten auf ne Goa gefahren, aber es gab einfach keine im näheren Umkreis, so mussten wir also mit der Alternative Vorlieb nehmen: Techno und Techhouse in einem uns sehr gut bekannten Club.

Meine Voraussetzungen waren mir klar wie Kloßbrühe. (Das Wort hab ich bei der Gelegenheit mal gegoogelt, weil ich mir nie sicher war, ob der Spruch jetzt ironisch gemeint ist oder nicht…ich bin nicht schlauer als vorher.)
Es wird keine Chemie konsumiert. Und wenn ich so hart getriggert werde, dass ich es kaum aushalte, fahre ich halt nach Hause. Das war für mich alles in allem ein kühnes Vorhaben. M. hatte bereits den Abend über zu Hause Speed gezogen und würde sich auf der Party mit Sicherheit auch ne Pille gönnen. Wer jetzt kopfschüttelnd vor seinem PC sitzt und sich denkt, na besonders solidarisch ist das ja nicht, dem sei gesagt: Solidarität spielt keine Rolle wenn man drogensüchtig ist. Zumindest nicht für mich. Denn Solidarität hängt, wenn sie angekündigt wurde, immer mit Erwartungen zusammen. Und wenn die nicht erfüllt werden, ist der Knatsch groß, denn man hat Verantwortung abgegeben, die man eigentlich selbst zu tragen hat.

Jedenfalls waren wir zu dritt, als wir ankamen und uns noch ne Weile auf dem Lidl-Parkplatz herumtrieben, um Lambrusco und Bier zu vernichten und M. die Gelegenheit zu geben, seine Nase zu pudern. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon gut angetrunken. Der Polizeiwagen, der alle paar Minuten über den Parkplatz fuhr und gerne auch mal kurz stehen blieb, machte M. ganz schön nervös und mir fiel auf, dass ich wohl, wäre ich auf Speed oder Ecstasy gewesen, mindestens genau so paranoid gewesen wäre. So, in meinem weinseeligen Zustand, war es mir driss wie schiss, ob da nun Bullen waren oder nicht. Ich tat nichts Verbotenes. Traurig eigentlich. Aber ich verkneife mir hier einen Monolog über die Legalisierung von Drogen.

Auf der Party dann gab es eigentlich nur einen großen Triggerfaktor. Ich hatte mir ein bisschen überraschend gutes Gras gekauft, aber ein bisschen gewartet bis ich es rauchte – war ich mittlerweile doch so besoffen, dass das mit Sicherheit im Entleeren meines Mageninhalts gegipfelt hätte. Also ein bisschen tanzen, nüchterner werden und dann erst einen rauchen. Noch ein bisschen tanzen, reden, mich auf eines der Sofas flezen. Und dann kamm irgendwann der Moment, in dem ich so betrunken und stoned war, dass ich nur noch schlafen wollte. Wir waren vielleicht seit 3 Stunden auf der Party. Das konnte doch nicht sein! Ich wollte noch nicht nach Hause! Und am allerliebsten hätte ich mir nun eine kleine Nase gezogen, um wieder auf Touren zu kommen. Es fraß mich irgendwie auf, mir eingestehen zu müssen, dass ich nicht mehr konnte und wohl nach Hause fahren würde.

Die Rettung bot aber dann ein kurzer Gang nach draußen: die frische Luft und Bewegung weckten wieder Lebensgeister in mir und ich hielt noch einige Stunden durch, bis wir schließlich nach Hause fuhren. Ich bin stolz, dem Trigger den Mittelfinger gezeigt zu haben und hatte ne Menge Spaß.

Krass fand ich, wie mir M auf Pille vorkam. So unglaublich aufdringlich, laut. Als ich tanzen wollte, sprach er mich alle paar Sekunden an um mir irgendwelche Gedankengänge zu erzählen, obwohl es so laut war, dass man wirklich kein Wort verstand. Das störte ihn offensichtlich überhaupt nicht und er riss mich immer wieder aus meiner tanzenden Trance

die hatte ich wirklich, als ich da so mit geschlossenen Augen tanzte und die Musik erst nich so geil fand. Irgendwann ließ ich mich dann auf die Musik ein, schaltete mein Bewertungssystem ab (huch, das geht so einfach???) und genoss einfach den Moment – und sah Mandalas vor meinem inneren Auge, die sich bewegten. Nur ganz leicht, aber deutlich zu sehen. Verrückt. Welch unerwartet mystische Erfahrung.


Fazit: Es war eine bereichernde Erfahrung, aus der ich viel lernen konnte. Zum Beispiel warum die meisten leute, die nur saufen und kiffen, schon um 3:00 nach Hause wollen 😉

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5 Gedanken zu “Party hart, Party heftig – oder nicht?

  1. Grins, da kann ich nur froh sein dass es nicht nur mir so geht…. Ich glaube das älter werden spielt die kleinste Rolle. Wenn man aus der Übung kam und es trotzdem gleich zu tausend Prozent krachen lässt ist schneller Schicht im Schacht wie man denken kann 😂😂 und abgesehen davon Gras auf Alk war noch nie so prickelnd 😏 entweder Reihenfolge ändern oder das Weed weglassen LOL

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