Pubertät 2.0 – I have a dream

Ich befinde mich gerade in einem Zustand höchster emotionaler Verwirrung. Und wenn ich „höchster“ sage, dann meine ich damit, dass der Grad der emotionalen Verwirrung bei mir gerade den übertrifft, der in meiner Pubertät vorgeherrscht hat. Und der war schon hoch!

Laut dem Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung nach Erik H. Erikson erlebt der Mensch zwischen der 5. Stufe, der Adoleszenz oder auch Pubertät, und der 6. Stufe, dem jungen Erwachsenenalter, mitunter die größten Veränderungen seines Lebens. Und das meiner Meinung nach vor allem auf der psychischen Ebene, hat man ja mit Ende der Pubertät die gröbsten körperlichen Veränderungen vorerst hinter sich. Und ja, ich persönlich hatte eine emotional sehr aufreibende Pubertät, aber jetzt im Moment fühle ich mich genau so, nur intensiver – vielleicht auch, weil ich mich jetzt besser reflektieren kann.

Ich komm also nicht von M. los und hab mich nebenbei vielleicht in einen Anderen verguckt. Aber ich weiß noch nicht ob ich mich verguckt hab. Und bisher war das immer so: Die Phase nach der Trennung war immer unglaublich lang, bis man endlich mal den Kontakt für ne Weile abbrach um den wohl verdienten Abstand zu bekommen. Und in der Zeit tauchte dann schon der nächste auf, der mich in seinen Bann zog und wenig später hatte ich die nächste Beziehung. Ich weiß nicht ob der Andere wirklich interessant ist, oder nur wegen meiner Abneigung gegens Alleinsein. Und deshalb werd ich erst mal nichts unternehmen. Und mit M… tja ich weiß noch nicht. Alles kompliziert.

Hinzu kommt, dass ich Freitag zum ersten Mal auf ner Goa in einem sehr liebevoll ausgestatteten und geschmückten Partybus die Gelegenheit bekam, meine Klänge zum Besten zu geben. Hat auch großen Spaß gemacht. Zwar hat die ganze Nacht über niemand wirklich getanzt, obwohl die DJs gar nicht mal schlecht waren, aber wir hatten trotzdem eine schöne Zeit. Tja, leider hat aber auch mein Vorhaben darunter gelitten. Ich habe Speed und Ecstasy konsumiert und finde es schade, dass ich es nicht geschafft habe, bis Silvester durchzuhalten. Aber ich muss mir zugute halten, dass immerhin 10 Wochen verzichtet habe und die drei roten Kostbarkeiten noch immer gut verwahrt sind.
Und ich hatte wirklich eine schöne Party und sehr lustige Afterhour mit interessanten Menschen. Da meine Toleranz in der abstinenten Zeit auf 0 gesunken ist, haben mir die Pillen seit langem mal wieder richtig Spaß gemacht. Das Highlight hat gut getan. Und so will ich es beibehalten. Indem ich meinem Körper und Geist nach so einer Erfahrung genug Zeit geben, sich zu regenerieren.

Aber zurück zur emotionalen Verwirrung. Die wird auch unterstützt von diesem Job. Eine Vermittlungsfirma, sponsored by Jobcenter, hat mir ein Vorstellungsgespräch bei einer guten Firma klargemacht. Das Gespräch lief auch sehr gut scheinbar, laut Vermittlungsfirma hat der Arbeitgeber sehr positive Resonanz gegeben. Nun warte ich seit einer Woche fingernägelkauend auf die erhoffte Zusage vom Arbeitgeber, denn ich würde einfach mal fast 14 Taler die Stunde verdienen, plus Nachtzulage weil die Arbeitszeit zwischen 22 und 07 Uhr Morgens liegt und das bedeutet bei 32 Stunden/Woche, sagen wir mal so ungefähr nen dicken Batzen Kohle. Und da ich mir bisher recht sicher bin, den Job zu bekommen, bin ich seit anderthalb Wochen jede Nacht bis 6 Uhr wach und penne bis 14 oder 15 Uhr. Dabei merke ich, dass das irgendwie doch ganz schön schlaucht, selbst ohne Arbeit. Das wird aber wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen sein, dass ich recht viel kiffe im Moment. Und das wiederum wird, wenn ich arbeiten gehe, nicht mehr drin sein können.

Irgendwie habe ich Angst, dass ich das nicht packe mit dem Job. Dass ich mir zu viel zumute. Aber ich bin jetzt fast ein Jahr arbeitslos und langsam fällt mir die Decke auf den Kopf, irgendwann muss ich doch den Kopf aus dem Arsch ziehen und endlich mal klarkommen! Ich bin motiviert, das zu schaffen. Mich an den Arbeitsalltag zu gewöhnen und meine Restschulden in größeren Schritten abzubauen und nebenbei so viel wie möglich zu sparen, um danach eine Zeit lang durch die Welt zu reisen. Mir ist bewusst geworden, dass es DAS ist, was ich immer wollte. Ich dachte, ich wolle einen guten Job finden, der mir Spaß macht und den ich 30 Jahre lang machen kann, um im Rentenalter vorgesorgt zu haben. Aber das ist einfach nicht mein Weg! Ich habe 26 Jahre gebraucht um zu begreifen, dass ein „passender Job“ nicht das ist, was ich suche!

Ich will die Welt sehen!

Ich sehne mich schon seit ich denken kann nach dem Unbekannten! Wie soll ich sonst herausfinden, wo mein Platz in dieser Welt ist?

Ich habe Fernweh, verdammt nochmal!

Und ich war immer neidisch auf Arbeitskollegen und Bekannte, die tolle Länder besuchten, mal für ein paar Wochen, mal für ein Jahr, in die entlegendsten Ecken der Welt und ich sitze hier in Deutschland fest. Vielleicht habe ich auch deswegen nie einen Job durchgezogen. Weil ich nicht Teil dieser gigantischen Firma sein will, die unser Land darstellt. Ich will keine Ameise sein, sondern lieber ein Albatross. Aber Menschen, die viel reisen können, haben vorher hart dafür gearbeitet. In dieser Welt gibt es nun mal nichts umsonst. Um ein Ziel zu erreichen, muss man sich überlegen, was man braucht, um es zu erreichen. Und um die Welt zu sehen, brauche ich vor allem zwei Dinge. Geld. Und Wissen.
Geld bekomme ich, indem ich dafür arbeite. Viel Geld in kurzer Zeit, mache ich mit einem Job wie dem mir angebotenen. Und Wissen kann ich mir selbständig aneignen.

Wie rational ich doch sein kann.

 

Finally, I have a Dream.

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