Traumtagebuch Log.15

Ich bin in einem Dorf, vielleicht auch eine Kleinstadt, überall wird auf den Straßen gefeiert. Ich sehe immer wieder einen Schamanen, der entweder durch die Straßen läuft oder sich halb aus einem Fenster hängt, um böse Geister zu vertreiben. Dabei wird er riesig groß.

Der Schamane kommt plötzlich zu mir und sagt „Du musst jemanden anrufen.“
Ich gehe mit ein paar Leuten die Straße entlang. Es ist Nacht und es ist kalt. Die Handys der anderen Leute klingeln. Eine Ahnung überkommt mich.

Dann höre ich die Sirenen. Nehme mein Handy und wähle die Nummer von M. Und mir ist klar, dass jetzt die Welt untergeht. Mir ist klar, dass ich jetzt sterben werde und alle anderen auch. M und ich reden über Belangloses, was soll man auch sagen, wenn beiden klar ist dass sie sterben werden? Worte haben keine Bedeutung mehr. Das Gefühl das ich dabei habe, ist nicht zu beschreiben. Irgendwie habe ich Angst, aber es ist keine Angst. Das Gefühl des Unausweichlichen ist omnipräsent.


Dieser Moment, als ich begreife, dass wir alle sterben werden, ist mir extrem real im Gedächtnis. Als wäre es wirklich passiert. Diese klare Erinnerung gleicht der Erinnerung an einen luziden Traum, obwohl es keiner war.

Das Gefühl das ich in dem Moment hatte, kann ich kaum in Worte fassen, es fühlte sich so groß und doch so unbedeutend an…

Das ist der zweite Traum, der den Tod so krass thematisiert. Den ersten hatte ich vor 4 Jahren ein paar Wochen nachdem meine Oma gestorben war – das erste Mal, dass jemand aus meinem engeren Kreis gestorben ist:


Ich stehe mit meinem Ex in seiner Wohnung, wir streiten. Etwas erschüttert alles um uns herum. Als ich aus dem Fenster blicke, sehe ich den Atompilz. R. und ich fallen uns in die Arme und drücken uns ganz fest. Dann sterben wir.

Und ich spüre, wie ich mich auflöse, Stück für Stück, um mich herum ist nur schwarze, kalte Leere und ich habe unendlich große Angst, die mich verschlingt, während mein Ich immer weniger wird.


Danach hatte ich monatelang mit heftigsten Todesänhgsten zu kämpfen. Mir wurde meine eigene Vergänglichkeit bewusst, das Unausweichlliche wurde real. Dann fing ich an, mich mit Spiritualität zu beschäftigen und nach Antworten zu suchen. Nach etwas zu suchen, das mir diese furchtbare Angst nimmt.

Wenn ich heute an meinen eigenen Tod denke, habe ich noch immer Angst, denn die Möglichkeit, dass danach einfach Ende ist, ist gegeben. Aber meine Überzeugung ist eine andere und ich glaube, das hat sich in dem Traum mit den Sirenen irgendwie gezeigt. Ich hatte keine Panik, als mir klar wurde, dass ich sterbe. Es war so unwirklich, beängstigend, aber meine Gedanken drehten sich eher um die Frage, was danach passiert. Und nicht darum, was danach nicht passiert.

 

Traumtagebuch

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4 Kommentare zu „Traumtagebuch Log.15

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      1. Mit diesem Thema setze ich mich auch schon sehr, sehr lange auseinander. Das ist wohl meinem Alter geschuldet. Ich habe sehr viele meiner Ängste verloren gegangen indem ich oft über Friedhöfe spaziere und die Ruhe und den Frieden dort genieße. Manchmal denke ich dabei oft an den Film Harold and Maude von Hal Ashby der sich auch mit diesem Thema beschäftigt.

        Gefällt 1 Person

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