Frühlingsgefühle

 

Die Sonne scheint. Zum ersten Mal seit gefühlten tausend Jahren steht die Balkontür den ganzen Tag sperrangelweit offen und ich trage nur eine Haremshose und ein Trägertop.

Ein Wildgänseschwarm von mindestens 200 Tieren fliegt über mich hinweg. Die Natur wird aufgeweckt und streckt sich genüsslich aus der klirrenden Kälte heraus.

Ich genieße. Die Sonne. Den Tag. Mein Leben. Alles. Sitze zusammen mit der Katze, deren Name „Beauty“ ist -eine Maine Coon Rassekatze, die grimmig guckt wie eine Perser-, die ich aufgrund ihres hochnäsigen Auftretens gerne „Gräfin“ nenne, auf dem Balkon und wir halten die Nasen in den Frühling.

Sonne. So heiß, dass man es fast nicht aushält. Hat es vor 4 Tagen noch geschneit? Das scheint so weit weg.

Mit jedem Tag werde ich demütiger und dankbarer. Das ist fast nicht zum Aushalten, wie gut es mir geht. Wie leicht alles scheint. Jetzt fehlt nur noch der regelmäßige Sport. Ab Freitag. Versprochen.

o

Dazu hatte ich eine Erkenntnis, als ich vor kurzem das erste Mal alleine LSD nahm. Ich schrieb: In meinem Innern bin ich vollkommen zufrieden. Jetzt muss ich nur noch die äußeren Umstände anpassen.

Das Thema Körper begleitet mich bei jedem Trip. Jedes Mal schreit er mir entgegen, dass ich etwas für ihn tun muss.

Ich bin selbstbestimmt. Auch das hat mir der letzte Trip gezeigt. Ich war alleine, auf mich gestellt. Kein Anker in Form eines Begleiters – sofern man eine Katze nicht als Begleiter einstuft. Auf dem Peak entschloss ich mich tollkühnerweise, in die Stadt zu fahren um Gras zu holen. Das war ein regelrechtes Abenteuer, wenn auch extrem anstrengend und verwirrend. Beinahe wäre ich nicht mehr heim gekommen.

Ich glaube, ich war nie SO froh, meine Haustür aufzuschließen. Über beide Ohren grinsend war ich bereits die letzten Meter mit dem Fahrrad gefahren und wollte mir gar nicht ausmalen, wie sich Albert Hofmann am berühmten „Bycicle Day“ gefühlt hat, als er mit 250µg LSD im Blut mit dem Fahrrad nach Hause fuhr. Schon mit nur einem Viertel dieser Dosis war ich kaum noch verkehrstüchtig.

Weitere bahnbrechende Erkenntnisse:

  • Der Windows-Startbutton ist mein Leben!

Jetzt mal im Ernst. Windows 10 auf dem Rechner installiert, gestartet und die elementarste Funktion fehlt auf dem Startbildschirm. Was soll das!? Im Startbutton ist ALLES!
Jaja, man kann die Ansicht wechseln, ich weiß, aber find erst mal raus wie! Warum muss Windows es Apple gleichtun? Ich versteh das nicht und schüttle verständnislos den Kopf darüber.

  • Ich bin ein Fan von Metaphern

Metaphorik ist das beste Instrument, um in Worten Underfinierbares auszudrücken. Darum bin ich auch ein großer Fan von Schätzing. Bei der Gelegenheit wurde mir Karl Marx empfohlen. Der soll eine tolle Bildsprache haben.

Tiefgreifenderes gab es nicht. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass ich zwischendurch an einer U-Bahnhaltestelle fast nen Koller bekommen hab wegen der ganzen Leute und der Geräusch- und Geruchskullisse. Das Fokussieren auf die wabernde, Wellen schlagende, blau geflieste Wand war die Rettung.

Achso und übrigens. Kölner Innenstadt in der Nacht von Freitag auf Samstag … Das ist wie Krieg da draußen. Ich schwöre.

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